»Indie-Adventskalender 2015«: 24.Türchen

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Hohoho,

es ist soweit, dass lange warten hat ein Ende und Weihnachten steht vor der Tür Wir wünschen Euch allen schöne und besinnliche Weihnachten. Genießt die Feiertrage mit Euren Freunden und euer Familie, kommt zur Ruhe und lasst es euch schmecken.

Wir hoffen das Euch der Adventskalender genau so viel Freude bereitet hat wie uns! Alle Gewinner werden in einem Blogbeitrag aufgelistet, so das ihr nachschauen könnt, ob ihr nicht doch gewonnen habt :). Hiermit verabschiede ich mich erst mal und wünsche euch viel Spaß mit dem letzten Türchen. Auf Bennis Blog findet ihr noch ein weiteres spannendes interview -vorbeischauen lohnt sich!

Liebe Grüße,
Euer Bloggerteam.

Vorstellung der Anthologie „Grenzenlos“

Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit – oft vergessen wir, dass hinter diesen Worten Schicksale stecken; Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens vor Krieg, Folter und Unterdrückung fliehen. Die gezwungen sind, Grenzen zu überschreiten.

Diese Anthologie will bewegen. Nicht allein die Herzen der Leser, sondern die Köpfe. Sie will Grenzen und Begrenztes aufbrechen und das Thema Flucht als das zeigen, was es ist: Etwas, das jeden von uns angeht. Als Betroffener, als Helfer, als Autor – als Mensch.

Die Anthologie ist aus einer politischen Diskussion zur aktuellen Flucht- und Asyldebatte im Deutschen Schriftstellerforum dsfo.de entstanden. Das DSFo bietet seit seiner Entstehung 2006 Autoren und Literaturinteressierten eine Plattform zum gegenseitigen Austausch.

Aus dem Impuls heraus, nicht nur zu diskutieren, sondern tätig zu werden, fand sich eine Gruppe von Schreibern zusammen, von denen sich jeder mit eigenen Ansätzen, eigenen Schwerpunkten, eigenen Motivationen dem Thema annäherte. In nur vier Monaten entstanden in enger Zusammenarbeit Geschichten, Gedichte und Illustrationen, in denen sich die Vielfalt der Autoren nicht nur in Alter, Biographie und persönlichen Berührungspunkten mit dem Thema, sondern auch in der literarischen Herangehensweise widerspiegelt.

Es sind Texte, die von Flucht, Vertreibung, Hilfe und Ängsten erzählen. Manche Geschichten nehmen die Leser in die individuelle Lebenssituation von Menschen mit, andere Texte werfen einen Blick auf größere Zusammenhänge. Geschichten von Flucht und Vertreibung aus der Vergangenheit und Auseinandersetzung mit dem Thema auf fiktionaler Ebene spielen dabei ebenso eine Rolle wie das Aufgreifen aktuellen Zeitgeschehens. Unsere Texte handeln von Menschen, von Heimat und von Fremde; in Syrien, in Deutschland, in Russland und Nigeria und ihre inhaltliche Bandbreite spiegelt sich in der Vielfalt der literarischen Formen wieder, die sich vom Gedicht und der Fabel über die fiktionale und zeitgenössische Prosa bis hin zum literarischen Fragment erstreckt.

Eine Besonderheit dieser Anthologie liegt in der Entstehung der einzelnen Beiträge. Diese Anthologie ist keine Sammlung isoliert voneinander verfasster Texte, sondern das Resultat eines gemeinsamen Lesens und Diskutierens. Wir freuen uns darauf, diesen Diskurs mit euren Kommentaren und Beiträgen auf dem Blog oder anderswo weiterzuführen.

Der gesamte Gewinn aus dem Verkauf dieser Anthologie geht an Organisationen, die sich um Flüchtlinge und Menschen in Kriegsgebieten kümmern. Unter der Homepage (https://grenzenlosdieanthologie.wordpress.com/) könnt ihr euch über die Verteilung informieren.

 

  • Wie seid ihr auf die Idee zu diesem Projekt gekommen? Was war eure Motivation? Eure persönlichen Beweggründe?

A. Scherer (Herausgeberin): Für mich war‘s eher Zufall. Ich las bei der Diskussion mit und schlug vor, etwas Konstruktives zu unternehmen. Dann wurde ich beim Wort genommen.

K. Weingarten (Autorin): Als ich davon hörte, fand ich die Idee, schreibend Antworten auf diese auf unzähligen Ebenen Grenzen sprengende, menschliche Tragödie zu finden, für mich einen guten Weg, um meine eigene Sprachlosigkeit zu überwinden. Ich wollte aus meinem verstummt Sein herauskommen, antworten können. Denn eigene Antworten zu finden, hat etwas mit Verantwortung zu tun.

Renate Ler (Autorin): Meine persönlichen Beweggründe, an dieser Anthologie mitzuarbeiten, resultieren aus einer zweifachen Migrationsvergangenheit, zum einen bestehend aus der Flucht mit meinen Eltern und meiner Schwester in den Sechziger Jahren aus der DDR in die Bundesrepublik, zum anderen aus dem Versuch meines Mannes, in den Achtziger Jahren aus dem Iran kommend, in Deutschland Fuß zu fassen.

C. Heine (Autorin): Die ursprüngliche Diskussion habe ich erst mitbekommen, als sie schon eine Weile lief. Da ich selbst im Ausland lebe, habe ich die Flüchtlingsdebatte aus meinem eigenen Blickwinkel heraus verfolgt. Und meinte, von diesem aus etwas beitragen zu können. Oft fühle ich mich hier zuhause, dann bin ich mir doch auch bewusst, wo ich herkomme. Andererseits immer wieder mal  das Bewusstsein, zwischen Stühlen zu sitzen.

 

 

  • Wie lange habt ihr für die Herstellung eures Buches gebraucht?

S. Bethke-Jehle (Autorin): Das waren nur wenige Wochen, in denen wir das alles verwirklicht haben. A. Scherer (Herausgeberin): Alles in allem etwas um die vier Monate. S. Bethke-Jehle (Autorin): Unsere Herausgeberin hat da den besten Überblick 🙂
 

  • Erzählt doch mal ein bisschen mehr über das Buch. Um was geht es darin?
A. Scherer (Herausgeberin): Es geht um Menschen in Extremsituationen, die versuchen, ihre Menschlichkeit zu wahren.
S. Bethke-Jehle (Autorin): Wir haben uns für folgenden Klappentext entschieden. Der bringt es sehr gut auf den Punkt. Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit – oft vergessen wir, dass hinter diesen Worten Schicksale stecken; Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens vor Krieg, Folter und Unterdrückung fliehen. Die gezwungen sind, Grenzen zu überschreiten.

Diese Anthologie will bewegen. Nicht allein die Herzen der Leser, sondern die Köpfe. Sie will Grenzen und Begrenztes aufbrechen und das Thema Flucht als das zeigen, was es ist: Etwas, das jeden von uns angeht. Als Betroffener, als Helfer, als Autor – als Mensch.

 

 

  • Wie viele haben bei dem Buch mitgewirkt?
A. Scherer (Herausgeberin): In der AG waren teilweise bis zu 40 Leute aktiv, nicht alle haben Texte beigetragen, aber auch außerhalb der AG haben uns viele Menschen unterstützt.
S. Bethke-Jehle (Autorin): Wir hatten außer den Autoren und der Herausgeberin noch einige Korrekturleser, drei Lektoren, zwei Grafiker und auch organisatorische Unterstützung. Jeder hat das beigetragen, was er am besten beitragen konnte.
  • War die Zusammenarbeit immer reibungslos?
A. Scherer (Herausgeberin): Es gab nie wirklich ernsthafte Differenzen. Ich denke, das hängt auch damit zusammen, dass es uns klar war und immer noch ist, dass es hier nicht um unser Ego geht, sondern um „die Sache“.
K. Weingarten (Autorin): Natürlich nicht. Wo Menschen sich intensiv mit einem so wichtigen und vielschichtigen Thema auseinander setzten, wird es wohl ohne Meinungsverschiedenheiten nicht gehen. Ich habe dieses miteinander und mit dem Thema ringen als lebendigen und konstruktiven Austausch sehr engagierter Menschen erlebt. Ich persönlich habe dabei sehr viel gewonnen: an Einsicht in andere Menschen, an eigener Toleranz, an eigener innerer Festigkeit, wenn es um meine Überzeugung geht.
C. Heine (Autorin): Ich würde ergänzen: Sie war anregend.

  • Wieso habt ihr die Anthologie im Selbstverlag und nicht bei einem großen Publikumsverlag untergebracht?
A. Scherer (Herausgeberin): Im Falle der Grenzenlos Anthologie war es uns allen wichtig möglichst AKTUELL zum Tagegeschehen zu veröffentlichen. Die Suche nach einem Verlag und die Veröffentlichung wäre, wenn man von den üblichen Erfahrungswerten ausgeht, wahrscheinlich langwierig geworden. Mit dem Selfpublishing waren wir in der Lage schnell, spontan und unkompliziert vorzugehen.
S. Bethke-Jehle (Autorin): Das Selfpublishing gibt uns auch die Chance, uns möglichst frei in unserer Kreativität zu entfalten. Wir wussten, was wir wollten, und hatten viele Menschen, die ihre Kreativität beisteuern konnte und wollten. Ein Verlag hätte uns möglicherweise Grenzen gesetzt, die wir zumindest in diesem speziellen Projekt nicht wollten.

„Ich persönlich habe dabei sehr viel gewonnen: an Einsicht in andere Menschen, an eigener Toleranz, an eigener innerer Festigkeit, wenn es um meine Überzeugung geht.“ -K. Weingarten
  • Wie habt ihr das Projekt genau gestaltet? Hatte jeder seine festen Aufgaben, oder hat jeder überall mitgeholfen?
A. Scherer (Herausgeberin): Jeder hat sich vorgestellt und gesagt, was er gut kann, und so haben sich die Aufgaben eher von allein verteilt. C. Heine (Autorin): Beim Bearbeiten der Texte letzteres. Technisch und organisatorisch haben zwei Leute besonders viel an Arbeit investiert. Dann gab es noch Lektoren, die diese Arbeit freiwillig übernahmen. Und nicht zuletzt diejenigen, die sich um die Gestaltung des Covers gekümmert haben.
  • Der Erlös des Buches soll gespendet werden. An welche Organisation und wieso habt ihr euch für diese entschieden?
A. Scherer (Herausgeberin): Jeder konnte eine Organisation vorschlagen, dann wurde abgestimmt und eine Reihenfolge festgelegt, diese wird nun nach und nach abgearbeitet.
S. Bethke-Jehle (Autorin): Die Gewinne der ersten drei Monate werden den Ärzten ohne Grenzen gespendet.

  • Wie wollt ihr auf die Anthologie aufmerksam machen?
S. Bethke-Jehle (Autorin): Unter anderem durch diesen Adventskalender. Während wir hier die Fragen beantworten, organisieren andere Mitwirkende bereits Lesungen. Aber es ist kein Geheimnis, dass es schwer ist, wenn man keinen Verlag im Rücken hat. Aus diesem Grund würden wir uns sehr freuen, wenn ihr uns helft und von unserem Projekt erzählt. Oder eines der Exemplare an jemanden verschenkt, der sich darüber freut.

 

  • Welchem Genre kann man das Buch zuordnen?
C. Heine (Autorin): Prosa und Lyrik, oder?
S. Bethke-Jehle (Autorin): Genau. Die Beiträge sind alle unterschiedlich. Wir haben Liebesgeschichten, Dramen und vieles mehr.

 

  • Gab es eine Geschichte oder ein Gedichte, das euch richtig schwergefallen ist?
K. Weingarten (Autorin): Schwer gefallen ist uns die Arbeit nicht: Über jeden einzelnen Beitrag wurde auf inhaltlicher und literarisch-handwerklicher Ebene diskutiert, wobei jeder Autor selbst über die Notwendigkeit eventueller Überarbeitungen entschieden hat. Diese Vorgehensweise hat das insgesamt hohe Niveau der eingereichten Texte noch zusätzlich gefestigt. Manchmal war aber schon spürbar, dass die Arbeit an den Texten uns auf der inhaltlichen Ebene auch sehr betroffen gemacht hat, was bei dieser Thematik nicht ausbleiben konnte.

 

  • ) Was macht eure Anthologie zu etwas besonderem und lohnenswert zu kaufen?
A. Scherer (Herausgeberin): Abgesehen von dem gemeinnützigen Zweck, wurden hier wirklich qualitativ hochwertige Texte erstellt, die sehr unterschiedlich ausgefallen sind. Grenzenlos auch in einem kleinen Rahmen.

„Ich bin unglaublich glücklich, ein Teil dieser Sache sein zu dürfen…“ – S. Bethke-Jehle

 

  • Beschreibt euer Buch in einem Satz.
S. Bethke-Jehle (Autorin):  Eine Anthologie, die sich mit den Themen Flucht, Vertreibung und Heimatlosigkeit auseinandersetzt, und vielleicht auch dabei helfen soll Grenzen aufzubrechen.

 

 

  • ) Würdet ihr so ein Projekt wieder mal ins Leben rufen oder war das eine einmalige Sache?
A. Scherer (Herausgeberin): Der  Gedanke kam schon, nur da ich am wenigsten geleistet habe, kann ich da leicht reden. Natürlich ist die Frage, ob sich so etwas Spezielles wirklich wiederholen lässt.
S. Bethke-Jehle (Autorin): Solltest du so etwas jemals wieder organisieren, wäre ich auf jeden Fall gerne wieder dabei. Ich bin unglaublich glücklich, ein Teil dieser Sache sein zu dürfen, Alexandra.

 

 

  • Wo können wir mehr über euch, eure Anthologie und die Hintergründe erfahren?
A. Scherer (Herausgeberin): Auf unserer Website: https://grenzenlosdieanthologie.wordpress.com/

 

Den Fragen stellten sich die Herausgeberin der Anthologie Alexandra Scherer, sowie die vier Autoren Kay Weingarten, Christine Heine, Renate Ler und Sonja Bethke-Jehle.

 

 

Ihr wollt ein Buch gewinnen? Dann beantwortet die heutige Gewinnspielfrage:

Wie feiert ihr Weihnachten? Oder feiert ihr gar nicht?

 

 

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7 Antworten zu “»Indie-Adventskalender 2015«: 24.Türchen

  1. Klassisch mit der Familie. Es gibt nur Fischgerichte, einen Kirchenbesuch und viel Tradition. Zusamnen mit meiner Schwester zaubern wir das mehrgängige Menü. Und das ist sehr viel Aufwand – aber auch einiges an Spaß.
    Weihnachten ist bei uns ein Muss und wir planen immer im voraus, damit es stimmig und gemütlich wird 🙂

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  2. Ich feiere weihnachten zunächst mit meinem patenkind, das heute Geburtstag hat. Dann gibt’s einen weihnachtsspaziergang mit meinem Mann, Kaffee mit Freunden und abends nach der Bescherung hoffentlich viel loriot. Vielen dank für den tollen adventskalender, die spannenden Interviews und die tollen Autoren, die ich dadurch kennenlernen durfte. Schöne weihnachten!!

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  3. Wir feiern mit der Familie, da aber die Kinder schon erwachsen sind, wird es ein bisschen aufgeteilt, heute sind wir z. B. beim Sohn.
    Ich wünsche euch wunderschöne Weihnachtstage, genießt sie.

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  4. Huhu,
    zuerst einmal schöne Weihnachten an euch alle! 🙂
    Ich feiere normal mit der Familie – also Eltern, Geschwister und Neffe. An Heiligabend gibt es etwas Einfaches zu essen, dann gibt es Bescherung. Ein paar Familienmitglieder gehen auch in die Christmette. Am nächsten Tag ist dann großes Festessen angesagt.
    Dieses Jahr feiere ich ganz allein mit meinem Freund in Prag, weil wir uns – mal wieder – nicht entscheiden konnten, bei welcher Familie wir feiern, und es – mal wieder – auf getrennte Weihnachten rausgelaufen wäre. Und das hatten wir einfach satt. 🙂 Nach 11 Jahren Beziehung ist man ja selbst eine kleine Familie sozusagen.
    Das Flüchtlingsthema finde ich äußerst spannend und habe schon einiges darüber gelesen!
    Liebe Grüße
    Bianca

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  5. Hallo,
    Wie feiern mit der Familie 🙂
    Heute gehts zur Familie meines Freundes. Es wird gemütlich gegessen, geredet, gelacht, beschenkt und gespielt.
    Morgen sind wir dann bei meiner Familie. Dort wird dann auch wieder gegessen usw.
    Für mich persönlich ist es wirklich das schönste diese Tage mit der Familie zu verbringen 🙂 da is der Rest (kein Schnee, Stress auf der Arbeit, usw.) total egal 😉
    Ich wünsche allen frohe und besinnliche Weihnachten! 😉
    LG Anja

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  6. Wir feiern klassisch im engsten Familienkreis – in den letzten Jahren gibt’s bei uns nicht mehr so viel Weihnachtstrubel, immerhin sind wir inzwischen alle ewachsen und müssen an Weihnachten und auch Silvester auch teilweise arbeiten, da hat man dann keine große Luft mehr auf große Feierei ☺

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